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HADAG Seetouristik und Fährdienst | |||||||||||||||||||||
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Historischer WellenschlagKleine Chronik der HADAG-Schiffe
Hamburg, den 8.8.1888 - ein Unternehmen, das an diesem Datum auf eine Reise durch mehrere Jahrhunderte geschickt wurde, konnte doch eigentlich nur auf Erfolgskurs gehen. Die Geschichte der HADAG jedenfalls stützt diese kühne These. Am genannten Tag erhielt die "Hafendampfschiffahrt-Actien-Gesellschaft" die Konzession für zunächst 20 Jahre. Sie sollte "den Betrieb einer regelmäßigen Dampffährverbindung in der zukünftigen Freihafenelbe" übernehmen. Schon Anfang 1889 übernahm sie alle Dienste und Schiffe der früheren Fährpächter, ließ noch zusätzlich eigene Schiffe bauen und betrieb die Linien Ende 1890 mit 47 Schiffen. Start mit FernwehMal in ruhigem Fahrwasser fahrend, mal mit Stürmen kämpfend hat die HADAG ihre Stellung und Bedeutung für Hamburgs Verkehr auf der Elbe - und zeitweise auch darüber hinaus - vom Start weg bis heute behauptet. Stürmisch war es gleich in den ersten Jahren, da das Preisdiktat des Senats, die Neubauten und die hohen Abfindungen an die alten Fährpächter den Finanzplan der HADAG aus den Fugen geraten ließen. Geschickte Verhandlungen und der ungeheure Mut, das Unterfangen mit noch größeren Schiffen zu wagen, brachten die HADAG dann aber doch richtig in Fahrt und 1899 erstmals eine Dividende von zehn Prozent. Das wiederum förderte den Expansionsdrang des Unternehmens. Im Mai 1900 übernahm sie beispielsweise die Finkenwerder Linie und die beiden Raddampfer "Union" und "Harmonie". Die Bewohner Finkenwerders erhielten so eine zuverlässige Verkehrsanbindung an Hamburg im Zweistundentakt.
Rückschläge gab es gleichwohl auch in diesen Jahren. Die Eröffnung des (alten) Elbtunnels 1911 beispielsweise zog einen Fahrgasteinbruch nach sich. Während im Januar 1911 noch 260.000 Fahrgäste die Hafenfähre genutzt hatten, waren es im Januar 1912 nur noch 38.000 - kein Wunder: die Fahrt mit der Fähre kostete 5 Pfennig, der Weg durch den Tunnel war umsonst. Die HADAG antwortete auf ihre Weise. 1914 kam mit der "Bürgermeister Burchard" auf der Finkenwerder Linie ein Dampfer zum Einsatz, der 572 Passagiere befördern konnte. Der Schiffspark der HADAG umfasste damals 55 Fährschiffe und sieben Jollenführer. Vier Jahre später wurde nach heftigen Diskussionen über die staatlichen Preisvorgaben die Stadt Hamburg alleiniger Aktionär. Ein zweites "Standbein" erhielt die HADAG, als ihr 1921 der Senat die Konzession für die "Große Hafenrundfahrt" übertrug. Dadurch verkleinerte sich der Betriebsverlust erheblich. 1925 wurde mit der nach dem damals schon legendären langjährigen HADAG-Vorstand benannten "Jan Molsen" das erste Dieselmotorschiff auf Fahrt geschickt, um der neuen Entwicklung in der Schifffahrt nicht hinterherzufahren. An Wochenenden fuhr die "Jan Molsen" schon mal bis Cuxhaven. Die Höhepunkte der "Fernreisen" lagen im 20. Jahrhundert in den 50er Jahren, als die HADAG mit den Seebäderschiffen "Wappen von Hamburg" und "Bunte Kuh" Passagiere nach Helgoland und Sylt brachte, sowie Ende der 60er Jahre, als sie in Zusammenarbeit mit den schwedischen Lion Ferries den Sprung ins internationale Fährgeschäft wagte. In den frühen 80er Jahren war das Kreuzfahrtschiff "Astor" für die HADAG weltweit unterwegs, von deren Einsatz man sich neue Impulse erhoffte. Das kühne Unternehmen aber rechnete sich nicht und auch der Seebäderdienst und die Butterfahrten in die Ostsee brachten dem Unternehmen in den 80ern nur noch Verluste.
Im Wandel der ZeitSeitdem ist eine Menge Wasser die Elbe heruntergeflossen. Die Zeit und die Schiffe haben sich verändert. Auch der Hafenverkehr hat sich im Laufe der Zeit verändert. Der Container verdrängte den Stückgutverkehr im Hafen, Werften mussten aufgeben, die Köhlbrandbrücke und der neue Elbtunnel wurden fertiggestellt, die S-Bahn nach Neugraben eröffnet und die Motorisierung der Bevölkerung nahm zu. All das wirkte sich auf die Dienste der HADAG aus. Auch ein 1963 - wie schon einmal Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts - eingeführter Verbundtarif zwischen Hochbahn und HADAG und der sofortige Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund 1966 konnten den Trend nicht aufhalten. Allein zwischen 1975 und 1982 hat sich das werktägliche Verkehrsaufkommen der HADAG halbiert. Während 1958 noch 21,3 Millionen Fahrgäste die Fähren benutzten, waren es, auf dem Tiefpunkt des Fährverkehrs 1989 nur noch knapp 2 Millionen Passagiere. Um langfristig als gesundes verlässliches Unternehmen agieren zu können, konzentrierte sich die HADAG mit Beginn der 80er Jahre wieder auf ihre ursprünglichen Aufgaben und hat dadurch die Nase seitdem wieder im Wind.
Seit 1984 wird die HADAG als Tochter der Hochbahn geführt, stellte unrentable Fährlinien ein, verkaufte die großen Schiffe und ließ die verbleibenden Schiffe soweit möglich für den Einmann-Betrieb umbauen. Jens Wrage, seit 1994 Vorstand der HADAG, ließ von dem Schiffskonstrukteur Fred von dem Berg einen völlig neuen Schiffstyp zeichnen. Das erste Schiff dieses Typs, die "St. Pauli" baute die Schiffswerft Grube (heute SSB Spezialschiffbau Oortkaten) 1997. Mittlerweile befinden sich zehn Schiffe des Typs 2000 in Fahrt. Von den Hamburgern zunächst misstrauisch beäugt, werden die Schiffe dieses Typs heute von den Hanseaten wegen ihrer Form liebevoll "Bügeleisen" genannt. Anders als bei den Traditionsschiffen befindet sich die Brücke bei den "Bügeleisen" achtern erhöht, so dass der Blick rundum frei ist. Gern genutzt werden diese Schiffe auch wegen ihrer übersichtlichen, hellen Fahrgasträume, dem ausreichenden Platz für Fahrräder und der breiten Rampen, durch die das Gedrängel beim Ein- und Ausstieg entzerrt wird. Die Kapitäne wiederum schätzen ihre Manövrierfähigkeit und ihre Sicherheit. Die Schiffe vom Typ 2000 sind mit zwei Maschinenanlagen ausgestattet und verfügen über je zwei Mini-Slide-Rettungssysteme. Über aufblasbare Rutschen können die Passagiere im Gefahrenfall innerhalb kurzer Zeit die Rettungsflöße erreichen. Mit dem Fährschiff-Typ 2000 hat die HADAG europaweit neue Standards gesetzt.
Jens Wrage, der dies maßgeblich angeschoben hat, verließ 2008 die Brücke: Zum 1. September 2008 verabschiedete er sich nach 14 erfolgreichen Arbeitsjahren für die HADAG vom 1994 bezogenen HADAG-Domizil auf dem Ponton neben der Fischauktionshalle in den Ruhestand. An seine Stelle trat Gabriele Müller-Remer. Kurs ZukunftDie Rückbesinnung auf die ursprünglichen Aufgaben und der mit den richtigen Investitionen gekoppelte Sparkurs hatten Erfolg. 97 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (einschließlich der Auszubildenden) bieten heute mit 21 Schiffen 365 Tage im Jahr bei Wind, Hochwasser, Eis und Nebel einen verlässlichen Hafenverkehr im HVV. Allein seit 1997 haben sich die Beförderungszahlen im Hafenverkehr mit 6,7 Millionen Passagieren mehr als verdreifacht. Zu diesem Erfolg haben auch die Shuttle-Verkehre für Airbus (Werkverkehr) und für das Musical "König der Löwen" beigetragen. Die HADAG wird gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Kurs weiter halten. Der 11. und der 12. Neubau des Fährschiff-Typs 2000 sind in Bau und werden im Jahr 2009 in Fahrt gesetzt. Voraussichtlich ebenfalls 2009 wird der neue Anleger an der Elbphilharmonie erstmals bedient und 2011 soll ein weiterer Anleger in der HafenCity (Ecke Magdeburger Hafen/Baakenhafen) in Betrieb genommen werden. Die Prognosen weisen auf weitere Fahrgaststeigerungen in den kommenden Jahren, insbesondere wegen der erwarteten positiven Entwicklung Wilhelmsburgs durch die Internationale Gartenschau (IGS) und die Internationale Bausausstellung (IBA) im Jahr 2013. Basis einer erfolgreichen Zukunft aber ist auch die gute Qualität der Traditionsfahrten: Bei den Hafenrundfahrten ist die Tour mit der HADAG nach wie vor der Klassiker und inzwischen international, denn die Fahrgäste können die Informationen über den Hafen dank eines über Satellit gesteuerten Multi-Voice-Systems auch in englischer, französischer und spanischer Sprache sowie in Mandarin-Chinesisch hören. Für Ausflüge ins Alte Land gilt die Überfahrt mit der HADAG bei den Hamburgern als die stilvollste. Mit der Tradition ist eine ganz besondere Atmosphäre gekoppelt: Eine Fahrt mit einer HADAG-Fähre ist trotz modernster Schiffe als gäbe man einem Teil der Hamburger Geschichte die Hand. |
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| MediaService Katrin Krups | ||||||||||||||||||||||
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